wahrnehmung



Die meisten Besucher/innen einer Website nehmen nicht einmal 50 % der Informationen, die Ihnen angeboten, überhaupt wahr. Die Informationsaufnahme im Web erfolgt bei ca. 70-80 % der Personen durch "Scannen" der Webseiten. Dabei ist die Anzahl der Blickbewegungen im Vergleich zum Lesen um 60% reduziert. Der erste Eindruck nimmt nur die Seitenaufteilung und die darin enthaltenen Kontraste als grafisches Muster wahr. Danach werden die hervorstechende Informationen - Überschriften, Fettgedrucktes, Listen Grafiken - beachtet. Bei Schrift wird vorwiegend die obere Hälfte wahrgenommen. Die Lesegeschwindigkeit ist dreimal so hoch wie beim normalen Lesen. Das bedeutet, dass mindestens 50% der Informationen im Internet überflüssig sind, weil sie ohnehin nicht wahrgenommen werden.

 

Es geht darum, dem User einen Nutzen zukommen zu lassen und der liegt meistens in der Möglichkeit Informationen aufzunehmen, zu verstehen und zu behalten. Auch muss seine Aufmerksamkeit dauerhaft gefesselt werden. Zur Benutzerfreundlichkeit existiert eine DIN-Norm.

Grafiken ziehen die Aufmerksamkeit besonders an und werden müheloser entschlüsselt als Text. Die Gedächtnisleistung für Bildmaterial ist wesentlich besser im Vergleich zu Text oder einzelnen Wörtern.

Animationen und/oder blinkende Webseiten stören den User beim Aufnehmen von Informationen. Im äusseren Gesichtsfeld (peripher) gibt es einen biologischen Alarmreflex, der auf jede Art von Veränderung oder Bewegung in der Umwelt reagiert. Wenn dieser Reflex - z.B. durch eine Animation - angesprochen wird, kommt es nicht nur zu einer unwillkürlichen Ablenkung des Blickverhaltens, sondern auch zu einem Verlust an Ressourcen für die Verarbeitung der eigentlich interessierenden Informationen, die sich in der Regel im zentralen Gesichtsfeld befinden (d.h. in einem engen Bereich um den Punkt, den wir fixieren).
Bewegung ist eine biologischer Reiz, weshalb mit Animationen auf einer Seite mit Informationen so sparsam wie möglich umgegangen werden sollte. Animationen, die ein Ende haben sind besser als solche, die endlos laufen.

Die eigene Wahrnehmung beim Gestalten von Webseiten gerät oft zu einseitig - man wird "betriebsblind". Man nennt dies den Mangel an Fähigkeit zur Perspektivübernahme. Testen Sie deshalb wiederholt die Wirkung Ihres Layouts, der Übereinstimmung zwischen Text, Inhalt und die Attraktivität der Angebote mit Unbeteiligten.


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